WAS IST NEUROFEEDBACK
Neurofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, bei der die Betroffenen lernen, Gehirnströme selbst zu kontrollieren und gezielt Erregungs- und Entspannungszustände ihres Gehirns zu erzeugen.
Die Grundlage bildet das Biofeedback. Beim Biofeedback werden körpereigene Signale mit Hilfe von Sensoren abgeleitet und nach einer Verarbeitung über Bilder oder Töne an einem Bildschirm sicht- bzw. hörbar gemacht. Das Biofeedback ist ein aus der Psychologie bekanntes Verfahren der Operanten Konditionierung. Dabei werden Menschen befähigt, Vorgänge im Körper selbst zu kontrollieren und zu verändern. Durch die Rückmeldung der Körperfunktionen, die man normalerweise nicht bewusst wahrnimmt, kann man diese mit entsprechendem Training bewusst beeinflussen.
DAS MENSCHLICHE GEHIRN
Das Gehirn des Menschen kann mit rekordverdächtigen Zahlen aufwarten:
Es ist mit etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) ausgerüstet.

Und obwohl es mit seinen zwei Kilogramm nur ungefähr drei Prozent des Körpergewichts ausmacht, verschlingt es enorme Mengen an Energie:
etwa 15 Prozent des Gesamtenergiebedarfs des Körpers beansprucht das Gehirn für sich.
Das Gehirn verarbeitet Sinneseindrücke, koordiniert die Funktionen des Körpers und hält sie aufrecht.
Voraussetzung dafür: Milliarden von Gehirnnervenzellen (Neuronen, reizleitende Zellen) müssen ständig miteinander kommunizieren und Informationen austauschen. Dies geschieht über elektrische Impulse.
Die Stelle einer neuronalen Verknüpfung, über die eine Nervenzelle in Kontakt zu einer anderen Zelle steht – einer Sinneszelle, Muskelzelle, Drüsenzelle oder anderen Nervenzellen, wird als Synapse bezeichnet.
Synapsen dienen der Übertragung von Erregung, erlauben aber auch die Modulation der Signalübertragung, und sie vermögen darüber hinaus durch anpassende Veränderungen Information zu speichern. Die Anzahl der Synapsen beträgt im Gehirn eines Erwachsenen etwa 100 Billionen (1014) – bezogen auf ein einzelnes Neuron schwankt sie zwischen 1 und 200.000.
In den meisten Fällen sind es chemische Synapsen.
Bei ihnen wird das Signal, das als elektrisches Aktionspotential ankommt, in ein chemisches Signal umgewandelt, in dieser Form über den zwischen den Zellen bestehenden synaptischen Spalt getragen, und dann wieder in ein elektrisches Signal umgebildet. Dabei schüttet die sendende Zelle (präsynaptisch) Botenstoffe aus, Neurotransmitter, die auf der anderen Seite des Spaltes (postsynaptisch) an Membranrezeptoren der empfangenden Zelle binden. Mit dieser Form der Übertragung wird Signalen eine Richtung gegeben, was für die Verarbeitung von Informationen in neuronalen Netzen grundlegend ist. Der erregungsübertragende Transmitter wird entweder in der Endigung des Axons des sendenden Neurons gebildet oder in dessen Zellkörper synthetisiert und axonal zu den präsynaptischen Membranregionen transportiert.
Dagegen sind elektrische Synapsen als gap junctions Kontaktstellen, bei denen Ionenkanäle zweier Zellen unmittelbar aneinander koppeln und so einen Übergang von Ionen und kleinen Molekülen von einer Zelle zur anderen erlauben.
WIE WIRD NEUROFEEDBACK DURCHGEFÜHRT?
Unser Gehirn ist mit einem Selbstregulierungs-System ausgestattet. Dieses macht sich Neurofeedback zu Nutze.
Diese Selbstregulation kann zu einer dauerhaften Veränderung der Gehirnaktivität führen und hat überall dort zu nachweisbaren, nachhaltigen erfolgen geführt, wo das Gleichgewicht des Gehirns (in chemischen Botenstoffen oder der Reizübertragung zwischen Neuronen) in Dysbalance geraten ist.
So z.B. in der Behandlung von ADS/ADHS und Epilepsie, aber auch im Rahmen eines Entspannungstrainings zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung bei z.B. Depressionen bzw. Angstzuständen. Besonders empfehlenswert ist Neurofeedback zum präventiven Einsatz, z.B. bei Menschen, die im Job täglich Höchstleistungen bringen müssen und zunehmend Schwierigkeit haben, sich zu entspannen.

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Elektroden werden schmerzfrei am Kopf befestigt und ausgewählte Gehirn-Aktivitäten, die für die betreffende Krankheit verantwortlich ist, auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. So kann der Patient lernen, diese Gehirn-Aktivitäten gezielt zu beeinflussen.
Nach dem Anlegen der Elektroden werden die Gehirnströme gemessen und die Signale an einen speziellen Rechner weitergeleitet.

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Dort werden diese Signale ausgewertet und in eine anschauliche Grafik (z. B. einen Fisch oder ein Flugzeug) umgewandelt. Durch die Anzeige auf dem Monitor werden beispielsweise Aufmerksamkeitszustände für den Patienten und den Therapeuten sichtbar zu nachhaltigen Erfolgen geführt.

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Über den Monitor stellt der Therapeut dem Patienten Aufgaben (z. B. den Fisch oder das Flugzeug nach oben oder unten zu bewegen). Die Patienten lernen nun, ihr Gehirn so zu beeinflussen, dass das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Auf Basis der sogenannten „operanten Konditionierung“ kommt es zur sofortigen „Belohnung“ des angestrebten Verhaltens.